Malliarakis, Antoine (Mayo)
1906 – 1990

Coups de bâtons, 1937

Öl auf Leinwand
167 x 243 cm


© Mayo, 2020, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Antoine Malliarakis (*1905), besser bekannt als Mayo, studierte von 1923 bis 1927 an der École des Beaux-Arts in Paris und arbeitete in den 1930er-Jahren in seinem Geburtsland Ägypten im Umfeld der Künstlergruppe „Art et Liberté“, die sich dem Kampf gegen Nationalismus und Kolonialismus verpflichtet hatte.

An dem Werk „Coups de bâtons“ aus dem Jahr 1937 werden die verschiedenen Charakteristika Mayos französischen Umfelds – zu nennen sind etwa Künstler wie Man Ray und Yves Tanguy – einerseits und seines ägyptischen Umfelds, bestehend aus unter anderen den Künstlern Ramses Younane und Kamel El-Telmisany, anderseits deutlich. Das Bild steht somit auch auf stilistischer Ebene für die Verschränkungen und den Austausch zwischen den Kulturräumen und für die daraus resultierende Entwicklung einer ganz eigenen Bildsprache. Ein bezeichnendes Merkmal des Werks sind die fragmentierten, verzerrten Körper, die sich, ineinander übergehend oder einander umschlingend, über die gesamte Bildfläche verteilen. Sie verweisen auf die Ungerechtigkeiten und sozialen Missstände der Zeit und setzen dem idealisierenden Menschenbild der bourgeoisen, traditionellen Strömungen ein Bild vom menschlichen Körper entgegen, das nicht normiert und komplett ist. Der Körper wird zum Schauplatz des künstlerischen Protests.