Morris, Robert
1931 – 2018

1931 geboren in Kansas City
1948−1963 studiert an dem Kansas City Art Institute“; an der „University of Kansas City“; an der „California School of Fine Arts“ in San Francisco; am Reed College in Portland, Oregon und am Hunter College New York
1951−1952 leistet seinen Militärdienst in der US Army
1955−1959 seine Werke sind stark geprägt vom Abstrakten Expressionismus, besonders durch Jackson Pollock
1963 Master of Art in Kunstgeschichte
1963 erste Einzelausstellung in der Green Gallery in New York, die Donald Judd rezensierte
1963−1970 komponierte und inszenierte er Tanzstücke und arbeitete an Film- und Theaterprojekten
1968 Teilnahme an der „documenta 4“, Kassel
1970 Einzelausstellung im Whitney Museum of American Art in New York
1971 sein Land-Art-Werk „Observatorium“ entsteht
1977 Teilnahme an der „documenta 6“, Kassel
1980 nimmt an der „39. Biennale“, Venedig teil
1986 große Einzelausstellung im Museum of Contemporary Art, Chicago
1987 Teilnahme an der „documenta 8“, Kassel
1994 große Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York mit anschließenden Stationen in den Deichtorhallen in Hamburg und im Musée National d’Art Moderne in Paris
2005 Retrospektive im Centro per l‘Arte Contemporanea Luigi Pecci
2018 stirbt Robert Morris in New York

Untitled / Ohne Titel, 1967

Filz
300 x 350 x 30 cm


©Robert Morris, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Mit Frank Stella, Donald Judd, Carl Andre, Sol LeWitt teilte Robert Morris die Vorstellung, dass es notwendig sei, ein Werk als das zu präsentieren, was es ist. Der von der Kunstkritik etablierte Begriff Minimal Art bezeichnete, ohne auf spezifische Unterschiede einzugehen, einen gemeinsamen Look: 

Industrielle Materialien und Herstellungsverfahren, elementare Formen, serielle Anordnung und eine gewisse Sperrigkeit. Mit der Serie der Filzarbeiten überwand Morris die statische Form und zugleich auch den Dualismus zwischen Formstruktur und Materialverhalten. Zwei übereinander gelegte, rechteckige Filzstücke sind von 22 horizontal verlaufenden Schnitten durchzogen, beidseitig bleibt nur eine Randzone intakt. Mit dem Fixieren an der Wand ändert sich nun die Gestalt des Filzlappens, denn die Schwerkraft zieht die Filzstreifen in immer steileren Kurven nach unten. Die strenge Geometrie der Grundelemente wird durch das Hängen zerstört. Erst die Installation gibt dem Werk seine Form, die grundsätzlich variabel bleibt, abhängig von der Höhe und von der Distanz zwischen den Befestigungen, abhängig auch von der Schwere des Materials.