Rauschenberg, Robert
1925 – 2008

1925 geboren in Port Arthur, Texas
1947−1948 besucht das Kansas City Art Institute und die Académie Julian, Paris; lernt die Künstlerin Susan Weil kennen
1948−1949 Studium am Black Mountain College, North Carolina; Freundschaft mit Merce Cunningham, John Cage und David Tudor
1949 Umzug nach New York
1949−1952 besucht die Art Students League, New York
1951 erste Einzelausstellung in der Galerie Betty Parsons, New York
1952−1953 Reisen nach Italien und Nordafrika
1959 Teilnahme an der „documenta 2“, Kassel
1963−1964 Retrospektiven im Jewish Museum, New York, und in der Whitechapel Art Gallery, London
1964 Großer Preis für Malerei der „32. Biennale“, Venedig
1967 Teilnahme an der „9. Biennale“, São Paulo
1969 Teilnahme an der „documenta 4“, Kassel
1970 Umzug nach Captiva Island, Florida
1978 Creative Arts Award der Brandeis University, Waltham, Massachusetts; Mitglied der American Academy of Arts and Science; in den folgenden Jahren zahlreiche Ehrungen
1982 Skowhegan Medal for Painting, Maine
1984 Beginn des Projektes „Rauschenberg Overseas Culture Interchange“ (ROCI); Teilnahme an der „41. Biennale“, Venedig
1990 Gründung der „Rauschenberg Foundation“
1993 National Medal of Arts Award, USA
1997−1999 Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, in der Menil Collection, Houston, im Museum Ludwig, Köln, und im Guggenheim Bilbao
2005−2007 Einzelausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York, im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, dem Musée national d’art moderne, Centre Georges Pompidou, Paris, und im Moderna Museet, Stockholm
2008 stirbt Robert Rauschenberg auf Captiva Island, Florida

Wager / Wette, 1957 – 1959

Öl und Assemblage auf vierteiliger Leinwand
206 x 376 cm


Robert Rauschenberg ©Robert Rauschenberg/VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

„Wager“ zählt zu den größten Werken der Serie der Combine Paintings, die Robert Rauschenberg zwischen 1954 und 1962 schuf. Alltagsgegenstände und künstlerische Elemente werden hier collageartig miteinander verwoben. 

Das Werk besteht aus vier hochrechteckigen Leinwandtafeln, die sich zu einer dreiteiligen Bildanlage zusammenfügen. Der Hauptakzent liegt in dem annähernd quadratischen Feld in der Bildmitte mit der dichten Akkumulation zahlloser Einzelelemente und fotografischer Bilder. Die Farbe, die die Fundstücke miteinander verbindet oder voneinander abgrenzt, ist weitgehend ihrem physischen Eigenleben, dem Tropfen und Fließen, überlassen. Auf der rechten Tafel ist der mehrfach gezogene Bleistiftumriss einer männlichen Figur zu erkennen. Die künstlerischen Mittel sind vor allem Medien der Interaktion zwischen den unterschiedlichen Realitätspartikeln, deren Zusammenfügung sich einem kompositionellen Bildprinzip weitgehend entzieht. Die komplexe Verschachtelung disparater visueller Daten reduziert den Bedeutungsgehalt der Elemente. „Wager“ erschließt sich dem Betrachter als Bild der Unbestimmtheit, der Offenheit und Vieldeutigkeit.

Orrery (Borealis) (Planetarium (Borrealis)), 1990

Acryl, Säuren und Blechblasinstrument auf fünf Messingtafeln
247,1 x 460,5 x 58,5 cm


Erworben 1993

Erworben durch die Freunde der Kunstsammlung im Jahr 1993 © VG Bild-Kunst, Bonn

In den Jahren 1988 bis 1992 arbeitete Rauschenberg an der Bildfolge Borealis. Über die fünf Messingtafeln erstreckt sich ein höchst heterogener Bildkosmos: Die auf Reisen aufgenommenen Fotografien eines Baumstamms, zweier Stühle, eines Handtuchs, einer Zeitung, eines Affen und einer großen Turmuhr hat der Künstler in bogenartiger Anordnung auf die schimmernde Bildfläche gedruckt. Das einzige dreidimensionale Objekt, ein Sousaphon, greift die Materialität des Bildträgers auf. Rauschenberg reflektiert über die Darstellbarkeit von Dingen und die Formen des Abbildens und führt mit „Orrery“ (= Planetarium) zugleich eine durch Technik geschaffene Projektion der Welt vor. Diese 1993 von den Freunden erworbene Arbeit war das Hauptbild einer großen, Rauschenberg gewidmeten Einzelausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, zu deren Eröffnung der Künstler auch selbst erschienen ist.

From 1988 to 1992, Rauschenberg worked on the Borealis series. The five brass panels are covered by a highly heterogeneous cosmos of motifs: The artist printed photographs taken on his travels—a tree trunk, two chairs, a towel, a newspaper, a monkey, and a large clock tower—on the shimmering picture surface in an arch-like arrangement. The only three-dimensional object, a sousaphone, picks up on the materiality of the medium. Rauschenberg reflects on the representability of things and forms of depiction and, at the same time, with Orrery (= planetarium), presents a projection of the world created by technology. This polyptych, acquired by the Friends in 1993, was the key work in a comprehensive solo exhibition dedicated to Rauschenberg at the Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, at the opening of which the artist himself was present.

Inside Out, 1962

Combine: Objekt aus Papier, Holz, Metall, Draht, Spiegel, auf Rädern, bemalt
101,6 x 127 x 40,6 cm


Foto: Walter Klein, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn

Quote, 1964

Öl und Siebdruck auf Leinwand
242 x 182,3 x 3 cm


Foto: Walter Klein, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn