Saraceno, Tomás
*1973

in orbit

Mixed Media


Foto: Studio Saraceno

Über der Piazza de K21 in mehr als 25 Meter Höhe schwebt die riesige Rauminstallation "in orbit" des Künstlers Tomás Saraceno. Das begehbare Kunstwerk ist eine Konstruktion aus nahezu transperenten Stahlnetzen, die in drei Ebenen unter der gewaltigen Glaskuppel aufgespannt sind. Innerhalb der 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind fünf luftgefüllte 'Sphären' platziert. Die Installation wirkt wie eine surreale Landschaft, ein Wolkenmeer oder wie der Weltraum mit seinen schwerelosen Planeten.

In Außmaß und Bedeutung ist "in orbit" wegweisend für das Werk Saracenos. Auch wer das Netz über dem Abgrund nicht betreten mag und die Installation durch die Anschauung erlebt, wird mit den Themen Fliegen, Fallen und Schweben konfrontiert und den damit verbundenen Emotionen erfasst. "Das Werk zu beschreiben, bedeutet die Menschen zu beschreiben, die es benutzen - und deren Gefühle", erklärt Saraceno. Selten zielt ein Kunstwerk so unmittelbar auf die Angst und die Lust des Betrachters und greift in die Sichtweise desjenigen ein, der sich dazu entscheidet, den Schritt in die luftige Höhe zu wagen.

"in orbit" wurde von 2011 bis 2013 von Saraceno mit Ingenieuren, Architekten und Biologen geplant. Auch wenn die Konstruktion allein drei Tonnen und die größte der 'sphären' 300 Kilo wiegt, wirkt das präzise in die räumlichen Bedingungen des Ständehauses eingepasste Werk ausgesprochen leicht und bezieht sich in Feinheit und Stabilität auf die Struktur von Spinnennetzen. Seit einigen Jahren ist der Künstler inspiriert von deren komplexen Konstruktionen und errichtet in seinem Studio die erste Sammlung dreidimensionaler hybrider Spinnennetze weltweit