Tomás Saraceno – AEROCENE

  • Tomás Saraceno – AEROCENE: FREE THE AIR. „Orbit-s“ For a Post-Fossil Fuel Era (2022), Collage, Isoflächen der Windgeschwindigkeit zeigen die vorherrschende Richtung von West nach Ost in Blau und von Ost nach West in Orange
  • Tomás Saraceno – AEROCENE: FREE THE AIR. „Orbit-s“ For a Post-Fossil Fuel Era (2022)
  • Tomás Saraceno – AEROCENE: FREE THE AIR. „Orbit-s“ For a Post-Fossil Fuel Era (2022)
  • Tomás Saraceno – AEROCENE: FREE THE AIR. „Orbit-s“ For a Post-Fossil Fuel Era (2022)

Über der Piazza des K21 in Düsseldorf spannt sich in 25 Meter Höhe Tomás Saracenos Installation „in orbit“ (2013), ein begehbares Kunstwerk aus Drahtseilnetzen, das an die Segel des Spinnenflugs erinnert. Mit einer neuen VR (Virtual Reality)-Arbeit entwickelt der Künstler die interaktive Komponente von In Orbit weiter. Er lädt zu einem Flug ein, bei dem man abhebt und doch mit beiden Beinen auf der Erde bleibt. Nur von der Luft angehoben, nur von der Sonne erwärmt und nur von den Strömen der Winde getragen, fliegt man um die Welt, ganz ohne fossile Brennstoffe, Emissionen, Solarpanels oder Lithiumbatterien.

AEROCENE: FREE THE AIR. “Orbit-s” For a Post-Fossil Fuel Era (2022) ist ein Open Source VR-Set, das unter der Glaskuppel im K21 installiert ist und sich an alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Erlebnismöglichkeiten richtet. Es bietet visuell-akustisch-sinnlich die Erfahrung  einer aerosolaren Reise, die auf den Prinzipien der Thermodynamik beruht. Mit einer VR-Brille gelangt man in farbig dargestellte Luftströme, die aus realen meteorologischen Daten generiert sind. Man erlebt, wie es ist, beim Fliegen das Gleichgewicht zu halten, oder zu verlieren, und spürt den  Wind, der einen über computergesteuerte Ventilatoren nach oben und unten trägt. Auf und Ab sind die einzig möglichen Bewegungsachsen auf der aerosolaren Reise. Mit dem Blick nach oben verliert die schwebende Skulptur an Gewicht und man fühlt beim Aufsteigen die Luftströmung von oben. Blickt man nach unten, entweicht heiße Luft, man verliert an Höhe und spürt den Wind von unten. Befindet man sich inmitten eines Luftstroms, stellt sich der Zustand des thermodynamischen Gleichgewichts ein: Man erlebt Stille in Bewegung und wird eins mit der Luft.

Heute befinden sich in jedem Moment 1,3 Millionen Menschen in der Luft – das sind ganze fliegende, petrokapitalistische Städte, die einen CO2-Ausstoß von über 1 Milliarde Tonnen jährlich verursachen. In einer vom Klimanotstand bedrohten Welt ist der Traum vom Fliegen zum Albtraum geworden. Die internationale Aerocene-Bewegung macht durch kollaborative Prozesse und Open-Source-Tools kohlenstofffreies Fliegen möglich. Zusammen mit den Communities von Salinas Grandes, Argentinien, wurden 32 Weltrekorde für den nachhaltigsten Flug der Menschheitsgeschichte aufgestellt. Die in 126 Städten, 43 Ländern und 6 Kontinenten aktive Aerocene Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die 2015 von Tomás Saraceno ins Leben gerufen wurde. Sie widmet sich der Gemeinschaftsbildung, der wissenschaftlichen Forschung, der künstlerischen Erfahrung und der Bildung und hat bislang mehr als 8.000 Minuten kohlenstofffreies Fliegen realisiert. Klimagerechtigkeit und ein Zeitalter, in dem man leben und atmen kann, sind ihr Ziel.

  • Medienpartner

  • Das Projekt wird gefördert durch