Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verleiht in Kooperation mit den Freunden der Kunstsammlung und dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung der Stiftung Reydan + Roger Weiss am 8. Oktober 2026 zum vierten Mal einen der international höchstdotiertesten Kunstpreise. Der K21 Global Art Award ist einzigartig in seinem globalen Ansatz und zeichnet jährlich international relevante Künstler*innen aus, die mit einer eigenständigen Vision neue Impulse für die Gegenwartskunst setzen. Der Preis ist mit einem Ankauf für die Sammlung sowie einer Präsentation im K21 verbunden und stärkt nachhaltig die globale Ausrichtung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.
Der K21 Global Art Award wurde nach einem Konzept von Susanne Gaensheimer im Jahr 2023 ins Leben gerufen. Er trägt zur programmatischen Sammlungserweiterung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bei und unterstützt dabei, die Sammlung vielstimmiger, diverser und globaler zu gestalten. Er ist mit insgesamt 100.000,- Euro dotiert und mit einem bedeutenden Neuankauf für die Sammlung verbunden. Dieser Kunstpreis steht auch für das kreative und nachhaltige Engagement der Freunde für das Museum. Das erworbene Werk wird der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen von den Freunden als Dauerleihgabe übergeben.
Das K21 ist das Haus für internationale Gegenwartskunst der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und widmet sich aktuellen Entwicklungen in der internationalen Gegenwartskunst. Es zeigt Malerei, Zeichnungen, immersive Installationen, Videoarbeiten und multidisziplinäre Ansätze von renommierten zeitgenössischen Künstler*innen aus der ganzen Welt, unter anderem von Ed Atkins, Lutz Bacher, Cao Fei, Cyprien Gaillard, Isaac Julien, Zanele Muholi, Bunny Rogers, Hito Steyerl, Raqs Media Collective oder Ai Weiwei. Neben der Präsentation seiner Sammlung und der Ausrichtung wegweisender internationaler Ausstellungen wie etwa mit Jenny Holzer, Mike Kelley, Isaac Julien und Julie Mehretu neben vielen anderen greift das Museum aktuelle Diskurse auf und agiert im Sinne eines erweiterten Kunstverständnisses. Dabei wird die Sammlung im Zeichen von Vielstimmigkeit, Globalität und Digitalisierung und im Hinblick auf die aktuellen Veränderungen unserer Gesellschaften weitergedacht und ausgebaut.
Die Nominierungsjury des K21 Global Art Award bilden für je fünf Jahre renommierte Museumsdirektor*innen und Kurator*innen aus der ganzen Welt: Naomi Beckwith (seit 2026, documenta 16, Kassel und Guggenheim Museum, New York), Doryun Chong (seit 2023, M+, Hongkong), Koyo Kouoh (von 2023 bis 2025, Zeitz Museum of Contemporary Art Africa, Kapstadt), Omar Kholeif (seit 2023, Sharjah Art Foundation, VAE) und Jochen Volz (seit 2023, Pinacoteca de São Paulo, Brasilien).
Jedes Jurymitglied nominiert bis zu zwei künstlerische Positionen. Diese Shortlist wird dem Auswahlkomitee des K21 Global Art Award vorgelegt, die den oder die Preisträger*in ernennt. Das Auswahlkomitee 2026 besteht aus Beatrice Hilke (Kuratorin, Haus am Waldsee), Prof. Dr. Susanne Gaensheimer (Direktorin Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen) und Leopold Freiherr von Diergardt (Vorsitzender der Freunde) sowie zwei Jungen Mitgliedern der Freunde, Jonas Görges (Sammler, Düsseldorf) und Katharina Neudeck (Expertin für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Kunsthaus Lempertz).
Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören die südafrikanische Künstlerin Senzeni Mthwakazi Marasela (2023), der chinesische Videokünstler Wang Tuo (2024) und die brasilianische Künstler*in Tadáskía (2025).
Nominiert für den
K21 Global Art Award 2026
- Monira Al Qadiri
- (*1983 in Dakar im Senegal, Bürgerin von Kuwait, lebt in Berlin, Deutschland)
Monira Al Qadiri ist eine kuwaitische Künstlerin, die in Japan studiert und promoviert hat. Ihre vielschichtige Praxis umfasst Skulptur, Installation, Film und Performance und basiert auf Recherchen zu den kulturellen Geschichten der Golfregion. Ihre Interpretation der „Petrokultur“ des Golfs manifestiert sich in spekulativen Szenarien, die von Science-Fiction, autobiografischen Bezügen, traditionellen Praktiken und Popkultur ausgehen und unheimliche sowie subtil subversive Werke hervorbringen. Sie lebt und arbeitet derzeit in Berlin.
Zu ihren Einzelausstellungen zählen „Chameleon“ im ARKEN Museum of Modern Art in Kopenhagen (2025), „HERO“ in der Berlinischen Galerie (2025), „Burning Desire im Gothenburg Museum of Art“ (2025), „Deep Fate“ im Kiasma Museum of Contemporary Art in Helsinki (2025), „The Archaeology of Beasts“ im Bozar in Brüssel (2024), „Haunted Water“ im UCCA Dune, „Aranya Gold Coast“ in Beidaihe (2023), „Mutant Passages“ im Kunsthaus Bregenz (2023), „Holy Quarter“ im Guggenheim Museum Bilbao (2022), „Refined Vision“ im Blaffer Art Museum in Houston (2022), „Holy Quarter“ im Haus der Kunst in München (2020). Ausgewählte Gruppenausstellungen umfassen die 16. Sharjah Biennale (2025), 24. Biennale von Sydney (2023/24), 59. Biennale von Venedig (2022), 15. Triennale Kleinplastik Fellbach (2022), Asia Art Biennial in Taiwan (2021), „Our World is Burning“ im Palais de Tokyo in Paris (2020), „Theater of Operations: The Gulf Wars“ im MoMA PS1 in New York (2019/20), Asia Pacific Triennial“ in Brisbane (2018) und die 6. Athen Biennale (2018). Al Qadiri realisiert auch Kunst im öffentlichen Raum. Zu ihren jüngsten Auftragsarbeiten zählen „Ocean Knight“, Creator Projects, Esbjerg, Dänemark (2026), „First Sun“, Public Art Fund, Central Park, New York (2025), „The Children of Smokeless Fire“, UK City of Culture, Bradford (2025), „Zephyr“, Art22, Doha, Katar (2022), und „Chimera“, Expo 2020 Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (2021).
- biarritzzz
- (*1994 in Fortaleza, Brasilien, lebt in Salvador, Brasilien)
biarritzzz ist eine antidisziplinär und transmedial arbeitende Künstlerin, die sich mit Sprachen, Codes und Medien auseinandersetzt. Sie versteht Magie und „low resolution“ als wichtige Gegennarrative, um sich in der gegenwärtigen kosmologischen Auseinandersetzung um Realitäten zu orientieren. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der Bienal do Mercosul in Porto Alegre, im Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro, im MASP – Museu de Arte de São Paulo, in der Kunsthall Trondheim, der Delfina Foundation in London, bei Pivô Arte e Pesquisa in São Paulo, in der A.I.R. Gallery in New York, bei der Wrong Biennale, beim FILE Festival in São Paulo, sowie im The Shed in New York gezeigt. Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen von Rhizome ArtBase im New Museum in New York, in der KADIST Foundation in Paris/San Francisco, sowie im Instituto Moreira Salles in Rio de Janeiro/São Paulo/Poços de Caldas.
2023 und 2024 war sie für den PIPA Award nominiert. 2023 gab sie ihr Filmdebüt mit dem experimentellen Kurzfilm „Onde Está Mymye Mastroiagne? (Where Is Mymye Mastroiagne?)“, der auf der realen Geschichte einer 56-jährigen transgender Second-Life-Gamerin basiert. Der Film wurde auf bedeutenden Festivals in Brasilien gezeigt, dort mit drei Preisen für den besten Kurzfilm ausgezeichnet und ist weiterhin international präsent. 2025 erhielt sie die Atlantic Film Commission von Contemporânea in Portugal, gefolgt von der ersten Pérez Art Museum Miami Commission for Digital Art. Bekannt ist die Künstlerin zudem für die wegweisende Arbeit „I’m Not an Afrofuturist“ (2020), ein transmediales Musikprojekt mit Live-Performance, GIFs, Video und Lyrik. Diese künstlerische Forschung entwickelte sich zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz, imperialem Kolonialismus und Futurismus, die 2023 in der brasilianischen Fernsehsendung Café Filosófico vorgestellt wurde. 2023 war sie Artist-in-Residence im Programm Attention After Technology am Art Hub Copenhagen sowie 2025 in der Residency Dreaming Beyond AI in Berlin.
- Julia Phillips
- (*1985 in Hamburg, Deutschland, lebt in Chicago, USA)
Julia Phillips arbeitet neben Arbeiten auf Papier und Videowerken vor allem mit Keramik und Metall und entwickelt Skulpturen, die an funktionale Objekte erinnern. Ihre Arbeiten sind Metaphern für soziale und psychische Erfahrungen – Metaphern, die zugleich mechanisch und körperlich gedacht sind, und sich häufig mit Machtverhältnissen zwischen Individuen oder zwischen Individuum und Institution auseinandersetzen. Seit den letzten paar Jahren richtet Phillips ihren Blick verstärkt auf das Körperinnere: In ihrem Werk tauchen Organe und Gewebestrukturen auf; darüber hinaus setzt sie konkrete Materialbezüge zum medizinischen Umfeld ein, um die Wahrnehmungen von Subjekt-Objekt-Verhältnissen innerhalb der (Für-)Sorge-Industrie kritisch zu beleuchten.
Einzelausstellungen realisierte sie unter anderem im MoMA PS1 in New York, im Kunstverein Braunschweig sowie im Barbican Arts Centre in London. Ihre Arbeiten waren zudem in internationalen Großausstellungen wie der Berlin Biennale, der New Museum Triennial, der Biennale von Venedig und der Whitney Biennial zu sehen. Ihre Werke wurden in zahlreichen Museen präsentiert, darunter im Museum of Fine Arts in Boston, im Museum Brandhorst in München, im Museu de Arte de São Paulo sowie im The Studio Museum in Harlem in New York. Arbeiten von ihr befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, unter anderem im Art Institute of Chicago, im Museum MMK für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, im Moderna Museet in Stockholm, im Whitney Museum of American Art in New York sowie im Museum of Modern Art in New York. Kürzlich realisierte Julia Phillips ihre erste Arbeit im öffentlichen Raum mit dem Titel „Observer, Observed“ für die High Line in New York, die in einer zweiten Iteration beim Sydney Festival 2026 präsentiert wurde. Ihre erste Monografie „Energy Exchange“ erschien bei Mousse Publishing, Mailand.
Sie ist Dozentin am Institut für Bildende Kunst der University of Chicago.
- Mohammed Z. Rahman
- (*1997 in London, Großbritannien, lebt in London, Großbritannien)
Mohammed Z. Rahman ist ein britisch-bengalischer Künstler und lebt in London. Mit seinem Studium der Sozial- und Kulturanthropologie versteht Rahman seine künstlerische Praxis zugleich als intime Ausdrucksform und als politisches Instrument. In seinen Malereien verwebt er persönliche, gesellschaftliche und mündlich tradierte Geschichten über Migration, Arbeit, Queerness, Familie und Klasse. So unterlaufen seine Werke gängige Vorstellungen von Häuslichkeit und Tradition zugunsten einer verträumten Bildsprache und eines magischen Realismus, die wiederum Geschichten alltäglichen Widerstands sichtbar machen. Gleichzeitig allegorisch und konkret, greifen Rahmans häusliche Szenen auf Bildsprachen des Surrealismus und des sozialen Realismus zurück – Kunstströmungen, die, wie Rahman betont, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Unruhe aufblühen: „Erstere ermöglicht es, über gegenwärtige Bedingungen hinaus zu träumen und das Unbewusste zu verarbeiten; letztere verleiht den alltäglichen Erfahrungen der arbeitenden und nicht herrschenden Klassen eine Stimme und wirkt damit hegemonialen Strukturen entgegen.“
Aktuelle und kommende Ausstellungen sind „Art Now“ in der Tate Britain in London (2026), „In Minor Keys“, 61. Biennale von Venedig (2026) sowie im Chapter Arts Centre in Cardiff (2027). Letzte Einzelausstellungen umfassen „Hearthside“ in der Whitechapel Gallery in London (2025), „Remember to Live“ bei Peer in London (2025), „A Flame is a Petal“ bei Phillida Reid in London (2024), „Awake“ auf der Art Basel Hong Kong (2024) sowie „City of Burrows“ bei Phillida Reid in London (2023). Rahmans Arbeiten waren Teil der von Eliel Jones kuratierten Brent Biennial (2022). Sein dauerhaftes öffentliches Wandbild „At Home“ wurde gemeinsam von Peer und dem Hackney Council in Auftrag gegeben und im August 2025 in London eingeweiht. Seine Werke befinden sich in den Sammlungen der Tate in London, der Government Art Collection des Vereinigten Königreich, dem LAM Museum in den Niederlanden sowie der Sharjah Art Foundation in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Juliana dos Santos
- (*1987 in São Paulo, Brasilien, lebt in São Paulo, Brasilien)
Juliana dos Santos ist eine brasilianische Künstlerin, deren Praxis die Beziehungen zwischen Farbe, Zeit und Raum untersucht. In immersiven Installationen, Malerei und Performance arbeitet sie mit natürlichen Pigmenten, Textilien, Papier und organischen Materialien, insbesondere mit der Blüte der Pflanze Clitoria ternatea, mit der sie das produziert, was sie als einen fortlaufenden kollaborativen Prozess versteht.
Das aus der Clitoria ternatea-Blüte gewonnene Blau fungiert in ihrem Werk als sinnliches, symbolisches und politisches Material. Anstatt Malerei als feststehendes Bild zu begreifen, konstruiert Juliana dos Santos malerische Felder durch Handlungen wie Blasen, Dispersion, Färben und Oxidation, wodurch das Material selbst an der Entstehung des Werks beteiligt wird. Durch diese Verfahren lösen sich die Grenzen zwischen Malerei, Installation und Performance in einem kontinuierlichen Herstellungsprozess auf.
Die natürliche Oxidation des pflanzlichen Pigments führt Dauer in die malerische Oberfläche ein und lässt das Werk sich im Laufe der Zeit weiter verändern. Ihre Bilder bringen häufig zwei unterschiedliche Zeitregime zusammen: die lebendige Zeit der pflanzlichen Farbe, die sich je nach Feuchtigkeit, Licht, Temperatur und Oxidation verändert, und die statischere Zeit industrieller oder mineralischer Pigmente, deren chromatisches Verhalten eher auf Beständigkeit ausgerichtet ist. Farbe wird dadurch nicht stabilisiert, sondern als lebendiger Prozess erfahren, wodurch Malerei weniger als abgeschlossenes Objekt denn als sich entfaltendes Ereignis erscheint.
Zu ihren jüngsten Präsentationen zählen ihre Einzelausstellung „Temporã“ in der Pinacoteca do Estado de São Paulo sowie ihre Teilnahme an der 36. Biennale von São Paulo, „Not All Travellers Walk Roads – Of Humanity as Practice“ (2025). Juliana dos Santos hat einen Doktortitel in Kunst vom Institut für Kunst der Universidade Estadual Paulista (UNESP). 2018 war sie Artist-in-Residence und Dozentin Im Bereich Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich.
- WangShui
- (*1986 in Dallas, Texas, USA, lebt in New York, USA)
WangShui untersuchen unterschiedliche Formen der Wahrnehmung. In den Medien Video, Skulptur, Malerei und Installation erforschen sie psychosomatische Rückkopplungsschleifen, die unsere Erfahrung der Welt prägen. Dabei verbinden sie persönliche Biografien mit Recherchen zu Begehren, Architektur und Medien. Ein zentrales Interesse ihrer Arbeit gilt der Liminalität und ihrem radikalen Potenzial als Form des Widerstands. WangShui nutzen den verborgenen (latenten) Raum von Bildern und Materialien, um halluzinatorische Zustände zwischen Nähe und Distanz, Transparenz und Opazität sowie Wissen und Nichtwissen zu erzeugen. WangShui haben einen BA in Bildender Kunst und Sozial- und Kulturanthropologie an der University of California in Berkeley sowie einen MFA in Film und Video an der Milton Avery Graduate School of the Arts am Bard College in Annandale-on-Hudson erworben.
Zu ihren Einzelausstellungen zählen „WangShui“ bei kurimanzutto in New York (2024), „Window of Tolerance“ im Haus der Kunst in München (2023), „WangShui: poiesis“ im Rockbund Art Museum in Shanghai (2023), „Whitney Screens: David Hartt and WangShui“ im Whitney Museum of American Art in New York (2020) sowie „WangShui“ in der Julia Stoschek Foundation in Berlin (2019). Ausgewählte Gruppenausstellungen umfassen „Soft Robots: The Art of Digital Breathing“ bei Copenhagen Contemporary in Kopenhagen (2025), „Going Dark: The Contemporary Figure at the Edge of Visibility“ im Solomon R. Guggenheim Museum in New York (2023), „Quiet as It’s Kept“ Whitney Biennial im Whitney Museum of American Art in New York (2022) sowie „No Humans Involved“ im Hammer Museum in Los Angeles (2021). 2024 nahm WangShui an der 60. Biennale von Venedig „Stranieri Ovunque – Foreigners Everywhere“ sowie an der Biennale von Lyon 2022 teil. WangShui lebt und arbeitet in New York.
- Wong Ping
- (*1984 in Hongkong, lebt in Hongkong)
Wong Ping lebt und arbeitet derzeit in Hongkong. Mit popkultureller Ästhetik und farbintensiven Animationen, die sich zu immersiven Installationen und surrealen architektonischen Räumen ausweiten, zeichnet Wong Ping ein vielschichtiges Porträt seiner Heimatstadt. Mit scharfem Blick macht er deren dynamische Kräfte und Spannungen sichtbar, Humor fungiert dabei als Gegengewicht zu pointierter gesellschaftlicher Kritik. Im Zentrum seines Werks stehen Themen wie Sexualität, Familie und soziale Beziehungen. Diese verhandelt er in einer eigenen Bildsprache, in der Schock und Komik untrennbar ineinandergreifen. Häufig nutzt er eine nüchterne Ich-Erzählstimme, gesprochen vom Künstler selbst, die von den sprachlichen Nuancen des Kantonesischen geprägt ist und Poetisches mit Direktheit verbindet. Seine Arbeiten werden von Fragen sozialer Kontrolle und Überwachung durchzogen, ebenso von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und den damit verbundenen Begierden, Obsessionen und verdrängten Sexualitäten. Indem Wong Ping die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem auslotet und gesellschaftliche Konventionen bewusst überschreitet, untersucht er soziale Strukturen und politische Restriktionen und entwirft dabei ein vieldeutiges, letztlich unauflösbares Bild des zeitgenössischen Lebens.
Im Jahr 2025 war er einer der Preisträger*innen des Sigg Prize des M+ in Hongkong. Zu seinen Einzelausstellungen zählen „Wong Ping: Edging“ im Museum für Angewandte Kunst in Wien (2023), „Wong Ping: The Silent Neighbor“ im New Museum in New York (2021) sowie „Golden Shower“ in der Kunsthalle Basel (2019). Zudem nahm er an „ANTI“, 6. Athen Biennale (2018) sowie am „58. October Salon: The Dreamers“, Belgrad Biennale (2021) teil.
- Cici Wu
- (*1989 in Peking, aufgewachsen in Hongkong, lebt in New York, USA)
Cici Wu lebt als Künstlerin in New York, wurde in Peking geboren und ist in Hongkong aufgewachsen. Das Filmemachen reduziert sie auf seine grundlegendsten und elementarsten Komponenten. Sie entwickelt Zeichnungen, Objekte, Videos und Installationen, die die imaginativen und strukturellen Möglichkeiten filmischer Sprache medienübergreifend erweitern. Ausgehend von lokalen Mikrogeschichten oder Archiven nutzt sie häufig den filmischen Rahmen, um zu untersuchen und sichtbar zu machen, wie transpersonale Erzählungen sozialer, kultureller und historischer Zugehörigkeit unsere Selbstwahrnehmung prägen. Ihre Arbeiten wurden bei bedeutenden internationalen Kunstausstellungen, darunter auf der 36. Bienal de São Paulo in Brasilien (2025), bei der Asian Art Biennale in Taiwan (2024), der 11. Seoul Mediacity Biennale in Südkorea (2021) sowie auf der Yokohama Triennale in Japan (2020) präsentiert.
Einzelausstellungen realisierte sie unter anderem im Rockbund Art Museum in Shanghai (2025), bei Scheusal in Berlin (2024), in der Empty Gallery in Hongkong (2023, 2019), im Hordaland Kunstsenter in Norwegen (2023) sowie bei 47 Canal in New York (2021, 2018). Darüber hinaus war sie an zahlreichen Gruppenausstellungen beteiligt, darunter im Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive (2026), im Palais de Tokyo in Paris (2025), im National Taiwan Museum of Fine Arts (2024), im The Drawing Center in New York (2023, 2020), im CAPC Musée d’art contemporain de Bordeaux (2022) sowie bei Para Site in Hongkong (2020, 2018). Neben ihrer künstlerischen Praxis organisiert sie auch Ausstellungen und Filmprogramme, unter anderem bei 99 Canal in New York (2025), Giorno Poetry Systems in New York (2024) und M+ in Hongkong (2023). Sie war Mitbegründerin des unabhängigen Projektraums und der Residenz PRACTICE (2015–2017) in Chinatown, New York. Ihre Arbeiten sind in der aktuellen Ausstellung „Greater New York“ im MoMA PS1 (2026) zu sehen sein.
Bisherige Preisträger*innen des K21 Global Art Award
Wang Tuo
Senzeni Mthwakazi Marasela
Nominierungsjury
- Naomi Beckwith
- documenta 16, Kassel, Deutschland
- Guggenheim Museum, New York, USA
Naomi Beckwith ist Künstlerische Leiterin der documenta 16 und stellvertretende Direktorin und Jennifer and David Stockman-Chefkuratorin am Solomon R. Guggenheim Museum and Foundation in New York. Dort betreut sie Sammlungen, Ausstellungen, Publikationen, kuratorische Programme und Archive und ist mitverantwortlich für die strategische Ausrichtung innerhalb des internationalen Netzwerks der angegliederten Museen. Zuvor hatte sie kuratorische Positionen am MCA Chicago und am Studio Museum in Harlem inne.
Als Absolventin des Courtauld Institute of Art hat Beckwith renommierte Ausstellungen und monografische Projekte (mit)organisiert, darunter die preisgekrönte Ausstellung „Howardena Pindell: What Remains to Be Seen“ (2018, MCA Chicago, USA) und „The Freedom Principle: Experiments in Art and Music, 1965 to Now“ (2015, MCA Chicago, USA). Sie war Mitglied des Kurator*innenteams zur Realisierung der von Okwui Enwezor vor seinem Tod konzipierten Ausstellung „Grief and Grievance: Art and Mourning in America“ (2021, The New Museum, New York). Ihre Ausstellungen, Vorträge und Publikationen beschäftigen sich mit der Wirkung und Resonanz Schwarzer Kultur auf multidisziplinäre Praktiken in der globalen zeitgenössischen Kunst. Als Wissenschaftlerin und Kunsthistorikerin war Beckwith Gastprofessorin an der Northwestern University und der School of the Art Institute of Chicago (beide Chicago, USA).
Derzeit übt sie einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Kassel aus. Sie erhielt Stipendien für das Independent Study Program des Whitney Museum of American Art (New York) und des Institute of Contemporary Art in Philadelphia (USA). Beckwith wurde vom High Museum of Art in Atlanta (USA) mit dem David-C.-Driskell-Preis für afroamerikanische Kunst und Kunstgeschichte 2024 ausgezeichnet. Im Herbst 2025 leitete sie das Kurator*innenteam der American Season am Palais de Tokyo in Paris und verantwortete die Präsentation der Ausstellung „ECHO DELAY REVERB — American Art, Francophone Thought“ sowie die Retrospektive von Melvin Edwards.
- Doryun Chong
- M+
- Hong Kong
Doryun Chong ist Künstlerischer Direktor und Chefkurator des M+ in Hong Kong. In dieser Funktion verantwortet er sämtliche kuratorischen Aktivitäten und Programme des Hauses. Dazu zählen die Sammlungen, Ausstellungen sowie Bildungs- und Vermittlungsangebote, ebenso wie Publikationen und digitale Initiativen. Diese erstrecken sich über die drei zentralen Sammlungsbereiche des Museums: Design und Architektur, Bewegtbild sowie Bildende Kunst.
Für das M+ hat er eine Reihe international beachteter Ausstellungen kuratiert und verantwortet, darunter „Noguchi for Danh Vo: Counterpoint“ (2018), „Yayoi Kusama: 1945 to Now“ (2022, gemeinsam mit Mika Yoshitake) sowie „Picasso for Asia – A Conversation“ (2025, gemeinsam mit François Dareau). Darüber hinaus war er maßgeblich an der Organisation und Betreuung der fünf Ausgaben des Hongkonger Beitrags zur Biennale von Venedig zwischen 2015 und 2024 beteiligt.
Vor seinem Wechsel an das M+ war Chong unter anderem am Museum of Modern Art in New York, am Walker Art Center sowie am Asian Art Museum tätig. In dieser Zeit kuratierte er mehrere wegweisende Ausstellungen, darunter Tokyo 1955–1970: A New Avant-Garde (2012) am MoMA in New York, sowie „Tetsumi Kudo: Garden of Metamorphosis“ (2008) am MoMA in New York und „House of Oracles: A Huang Yong Ping Retrospective“ (2005) am Walker Art Center, Minneapolis.
- Omar Kholeif
- Sharjah Art Foundation
- Vereinigte Arabische Emirate
Prof. Dr. Omar Kholeif, PhD, ist Autor*in, Künstler*in, Museumskurator*in und Kulturhistoriker*in. Derzeit ist Omar Kholeif Professor*in für Global Art Theory and Practice an der Glasgow School of Art (GSA) sowie Leiter*in des postgradualen Studiengangs Curatorial Practice (Contemporary Art), der gemeinsam von der Glasgow School of Art und der University of Glasgow angeboten wird. Im Jahr 2012 gründete Omar Kholeif die gemeinnützige, in London ansässige Kulturagentur, Broadcast-Plattform und Sammlung artPost21, die kuratorische Projekte an der Schnittstelle von Kunst und sozialer Gerechtigkeit realisiert. Von 2018 bis 2025 war Omar Kholeif Director of Collections und Senior Curator bei der Sharjah Art Foundation in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zuvor war Omar Kholeif unter anderem als Manilow Senior Curator und Director of Global Initiatives am Museum of Contemporary Art Chicago tätig, als Kurator*in an der Whitechapel Gallery in London, als Head of Art and Technology bei SPACE London, als Senior Curator bei Cornerhouse und HOME in Manchester, als Gründungsdirektor*in des SAFAR Film Festival sowie als Kurator*in bei FACT (Foundation for Art and Creative Technology) in Liverpool. Omar Kholeif kuratierte oder co-kuratierte zahlreiche internationale Kunstausstellungen, darunter die 14. Sharjah Biennale „Leaving the Echo Chamber“ (2019), „Time, Forward!“ im Rahmen der 58. Biennale di Venezia (2019), den Pavillon Zyperns auf der 56. Biennale di Venezia (2015) sowie die 7. Liverpool Biennale (2012). Als Autor*in von über 40 Publikationen zählen zu seinen jüngsten Buchveröffentlichungen unter anderem „In the Heart of Another Country“ (2022), „Internet_Art: From the Birth of the Web to the Rise of NFTs“ (2023), „Nil Yalter: Circular Tension“ (2024), „Peter Sedgley: 5 Decades“ (2025), „Huguette Caland: imagine otherwise“ (2025) sowie „Otobong Nkanga: Stitched Dreams“ (2025). Darüber hinaus ist Omar Kholeif Gründungsherausgeber*in der Schriftenreihe „imagine/otherwise“ bei Sternberg Press und wirkt als Gastprofessor*in für Critical Race Studies in der Bildenden Kunst und den Kreativindustrien an der MIMA Research Unit der Teesside University (UK).
- Jochen Volz
- Pinacoteca de São Paulo
- Brasilien
Jochen Volz ist Generaldirektor der Pinacoteca de São Paulo. Er war Kurator des brasilianischen Pavillons an der 57. Biennale di Venezia (2017) und Chefkurator der 32. Bienal de São Paulo (2016). Von 2012 bis 2015 war er Programmleiter der Serpentine Galleries in London. Davor war Volz beim Instituto Inhotim in Minas Gerais als Kurator (ab 2004), Generaldirektor (2005–2007) und künstlerischer Leiter (2007–2012) tätig. 2009 organisierte er, zusammen mit Daniel Birnbaum, „Fare Mondi / Making Worlds”, den internationalen Teil der 53. Biennale di Venezia. 2006 war er Gastkurator der 27. Bienal de São Paulo und von 2001 bis 2004 Kurator des Portikus in Frankfurt am Main. Als gefragter Experte verfasst Volz regelmäßig Artikel für Zeitschriften und Kataloge.
- Koyo Kouoh (bis 2025)
- Zeitz MOCAA
- Kapstadt, Südafrika
Koyo Kouoh lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod 2025 in Kapstadt/ Südafrika, Dakar/Senegal und Basel/Schweiz. Sie war seit der ersten Ausgabe des K21 Global Art Award 2023 Teil der Nominierungsjury. Seit Mai 2019 arbeitete sie als Geschäftsführerin und Chefkuratorin des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Zeitz MOCAA) in Kapstadt/Südafrika. Zuvor war sie Gründungsdirektorin und künstlerische Leiterin von RAW Material Company, einem Zentrum für Kunst, Wissen und Gesellschaft in Dakar/Senegal. Sie hat bedeutende und zeitgemäße Ausstellungen organisiert, wie zum Beispiel „Body Talk: Feminism, Sexuality and the Body in the Works of Six African Women Artists“, die 2015 erstmals im Wiels in Brüssel/Belgien gezeigt wurde. Sie kuratierte „Still (the) Barbarians“, die 37. EVA International, die Irland Biennale in Limerick im Jahr 2016 und nahm an der 57. Carnegie International in Pittsburgh/USA, mit dem sorgfältig recherchierten Ausstellungsprojekt „Dig Where You Stand“ (2018) teil, einer Ausstellung innerhalb einer Ausstellung, die aus den Sammlungen des Carnegie Museum of Art und des Carnegie Museum of Natural History zusammengestellt wurde. Sie war Initiatorin des Forschungsprojekts „Saving Bruce Lee: African and Arab Cinema in the Era of Soviet Cultural Diplomacy“, das sie gemeinsam mit Rasha Salti am Garage Museum of Contemporary Art in Moskau/Russland und am Haus der Kulturen der Welt in Berlin/Deutschland kuratierte (2015–2018). Kouoh ist in der kritischen Kunstszene auf panafrikanischer und internationaler Ebene aktiv und kann auf eine bemerkenswerte Liste von Publikationen verweisen, darunter „When We See Us: A Century of Black Figuration in Painting“ (2022), „Shooting Down Babylon“ (2022), die erste Monografie über das Werk der südafrikanischen Künstlerin Tracey Rose; „Breathing out School: RAW Académie“ (2021); „Condition Report on Art History in Africa“ (2020); „Word!Word?Word! Issa Samb and The Undecipherable Form“ (2013); und „Condition Report on Building Art Institutions in Africa“ (2012), um nur einige zu nennen. Von 2013 bis 2017 kuratierte sie das Bildungs- und künstlerischen Programms der 1:54 Contemporary African Art Fair in London/ Großbritannien und New York/USA, und war Mitglied des Kuratorenteams der documenta 12 (2007) und der dOCUMENTA (13) (2012). Kouoh wurde mit dem Grand Prix Meret Oppenheim 2020 ausgezeichnet, dem Großen Schweizer Kunstpreis, der Leistungen in den Bereichen Kunst, Architektur, Kritik und Ausstellungswesen würdigt. Als Leiterin des Zeitz MOCAA konzentriert sich ihre kuratorische Arbeit auf umfassende Einzelausstellungen afrikanischer und afrikanischstämmiger Künstlerinnen und Künstler, darunter Otobong Nkanga, Johannes Phokela, Senzeni Marasela, Abdoulaye Konate und Tracey Rose.
Kuratorium der Stiftung Junge Kunst
- Prof. Dr. Susanne Gaensheimer
- Direktorin
- Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
- Dr. Vivien Trommer
- Korrespondierendes Mitglied / Sammlungsleiterin
- Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
- Leopold Freiherr von Diergardt
- Vorstandsvorsitzender
- Freunde der Kunstsammlung
- Anna-Alexandra Pfau
- Vorsitzende
- Stiftung Junge Kunst
- Dr. Tilman Steinert
- Schatzmeister
- Stiftung Junge Kunst
- Gabriel Sulkowski
- Kuratoriumsmitglied
- Stiftung Junge Kunst
