Ankäufe

Auf den folgenden Seiten ist dokumentiert, worauf die Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ganz besonders stolz sind: auf die im Laufe der Jahre für die Kunstsammlung erworbenen Kunstwerke.

Die Freunde verfolgen keine eigene Ankaufspolitik. Vielmehr sind sie immer nur eine Art „Erfüllungsgehilfe“ bei der Finanzierung. Dem Kauf voraus geht grundsätzlich ein ausdrücklicher Wunsch der Direktorin oder des Direktors der Kunstsammlung, ein bestimmtes Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers in der Sammlung aufnehmen zu wollen. Seit 1993 verbleiben die so erworbenen Kunstwerke im Eigentum der Freunde. Sie werden der Kunstsammlung ohne jedwede Beschränkung als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Genau so verfährt die von den Freunden verwaltete „Stiftung Junge Kunst“. Diese Stiftung, die – nachdem die Galeristin Helme Prinzen 2002 den Großteil ihres Vermögens den Freunden der Kunstsammlung vermacht hatte – bewusst unter neutralem Namen errichtet wurde, um Zustiftungen von anderen Privatpersonen zu erleichtern, hat die Aufgabe, Kunst junger Künstlerinnen und Künstler für die Kunstsammlung zu erwerben.

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    Richter, Gerhard
    Mauer, 1994
    Schenkung: 2019

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    Genzken, Isa
    Untitled, 2015
    Ankauf: 2019

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    Katz, Benjamin
    Günther Förg, 1993 (Abzug 2017)
    Ankäufe 14 Abzüge von Künstlerportraits 2017 & 2018

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    Höfer, Candida
    Schmelahaus Düsseldorf I, 2011
    Schenkung der Künstlerin 2017

    Sachlich und präzise fotografiert Candida Höfer meist menschenleere Innenräume kulturell geprägter Orte wie Bibliotheken, Museen, Schlösser, Konzertsäle, Theater oder Kirchen. Hier richtet sie den Blick in den großen, leeren Ausstellungsraum des 1971 in Düsseldorf eröffneten Galeriehauses von Alfred Schmela, wo viele Jahre Kunstgeschichte geschrieben wurde. Das Bild besticht durch die Klarheit seines Aufbaus, durch eine geradezu klassisch wirkende Einfachheit und Schlichtheit. Mit ihren Fotografien zeigt die Künstlerin etwas, was „eigentlich nicht modern ist, etwas, das eine Langlebigkeit hat“ (Candida Höfer, 2001). Dieser C-Print wurde 2017 den Freunden von der Künstlerin geschenkt.

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    Manzoni, Piero
    Achrome (fibra artificiale), 1962
    Erworben 2016

    Hochgradig provokativ, mit dadaistischem Witz und konzeptuellem Hintersinn entwickelte Manzoni radikale neue künstlerische Ansätze, zu deren bekanntesten Ergebnissen zweifellos seine in Dosen konservierte Merda d’artista, die auf den Sockel gesetzte Erdkugel oder die kraft der Signatur des Künstlers zu lebenden Skulpturen deklarierten Menschen gehören. Ab 1957 schuf er Serien von Achromes, „unfarbigen“ Leinwänden, deren Strukturen und Binnenformen aus den natürlichen Interaktionen diverser Materialen mit Kaolin oder Gips resultieren. Die weißen, plüschigen Glasfasern auf dem blauen Samtgrund dieses objekthaften Bildes hingegen sind dauerhaft der Veränderung unterworfen, sie reagieren auf Luftbewegungen und Klimaschwankungen. Die Freunde haben dieses Objekt 2016 aus der Sammlung von Dorothee und Konrad Fischer erworben.

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    Richter, Gerhard
    Portrait Schmela III, 1964
    Schenkung 2014 von Viktoria von Flemming an die FREUNDE

    Das „Portrait Schmela“ hat Gerhard Richter nach einer Momentaufnahme gemalt, die am Eröffnungsabend seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Alfred Schmela gemacht worden ist. In Schwarz-Weiß und Grautönen auf die Leinwand übertragen, in den Konturen verwischt, erscheint das Bildnis wie eine leicht verwackelte Fotografie. Dieser gegenüber aber ist seine Wirkung durch den besonderen Schmelz der Farben und den gewählten Bildausschnitt gesteigert: Der Galerist tritt als imposante Persönlichkeit hervor, so wie er von seinen Zeitgenossen wahrgenommen wurde. Das Bild wurde den Freunden 2014 von Viktoria von Flemming geschenkt. Es ist die großzügigste Schenkung, die die Freunde je erhalten haben.

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    Katz, Benjamin
    Gerhard Richter, 1984 (Abzug 2014)
    Ankäufe 6 Abzüge von Künstlerportraits 2014

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    Reinhardt, Ad
    Black Painting, 1960–1966
    Erworben 2012

    Ad Reinhardt nimmt eine der wohl radikalsten Positionen innerhalb der amerikanischen Malerei ein. Seit 1960 konzentrierte sich der Künstler ausschließlich darauf, das „letzte Bild“ zu schaffen. Reinhardt selbst hat die etwa fünfzig Last Paintings der Serie als die „heroischen, schwarzen, quadratischen ‚Durchbruch‘-Bilder“ bezeichnet. Alle sind quadratisch, ihr Maß bezieht sich auf das des Menschen. Sie haben eine samtige, fast körperlose Oberfläche und wirken zunächst vollkommen schwarz. Erst bei längerer Betrachtung werden minimale Farbdifferenzen sowie Formen sichtbar. Um die Felder zu unterscheiden, hat Reinhardt dem Schwarz Anteile von Buntfarben beigemischt. Hier ist die Leinwand in drei gleichgroße vertikale Blöcke geteilt, auf der wiederum eine ebensolche Form horizontal gelagert ist. Auf diese Weise entsteht ein griechisches Kreuz mit gleichlangen Schenkeln. Nichts verweist auf eine Realität außerhalb der Malerei, alles aber auf deren Konstanten: Farbe, Form, Proportionen. Das Bild konnten die Freunde 2012 aus einer amerikanischen Privatsammlung erwerben.

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    Sander, Karin
    AK
    Ankauf: 2011

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    Struth, Thomas
    Semi Submersible Rig, DSME Shipyard, Geoje Island, 2007
    Erworben 2011

    Technologische Sujets und Industrieanlagen sind Motive einer Werkgruppe, an der Thomas Struth seit 2007 arbeitet. Semi Submersible Rig zeigt eine im Hafen der südkoreanischen Insel Geoje vertäute Halbtaucher-Bohrinsel. Wie dünne Fäden wirken die stabilen Stahlseile, die den Koloss – einen schlummernden Riesen – sichern und zugleich den Blick in die Tiefe des Bildraums ziehen. Unabhängig von ihrer souveränen Gestaltung leisten die Arbeiten von Struth immer auch einen Beitrag zu der Frage nach der moralischen Verantwortung des Einzelnen in unserer von der Globalisierung bestimmten Lebenswelt. Hier beispielsweise klingt an, wie stark unser tägliches Leben von Rohstoffen abhängig ist, die unter extremen Belastungen für Mensch und Umwelt gefördert werden. 2011 von den Freunden erworben, war die Arbeit zuvor in einer umfassenden Ausstellung des Künstlers im K20 zu sehen.

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    Platen, Angelika
    Joseph Beuys Hamburg 1968, 1968
    Ankauf: 2011

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    Martin, Kris
    1000 Years (1000 Jahre), 2009
    Erworben 2010

    Mit der Arbeit 1000 years des jungen, belgischen Künstlers Kris Martin verbindet sich eine ungewöhnliche Ankündigung. In eintausend Jahren soll sich die massive Metallkugel mittels eines chemischen Zusatzes, der ihr bei der Herstellung beigefügt wurde, selbst zerstören. Das Objekt wird somit seinen Status als Kunstwerk verlieren. Kris Martin unterläuft und hinterfragt mit seiner Arbeit den klassischen Anspruch des Künstlers, mit einem Kunstwerk ein dauerhaftes Gut zu schaffen. Gleichzeitig wird mit dem Hinweis auf die Zeitspanne von eintausend Jahren eine Reflexion über zeitliche Kategorien eingefordert. So konfrontiert der Künstler unweigerlich mit der Frage, welche Position man innerhalb des begrenzten, aber dennoch unendlich erscheinenden Zeitkontinuums einnimmt. Die Skulptur wurde von den Freunden 2010 angekauft.

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    Sasnal, Wilhelm
    Unbetitelt (Hiena), 2008
    Erworben 2010

    Die Spannbreite der Themen und der malerischen Ansätze im Werk von Wilhelm Sasnal ist verblüffend groß. Die vier für die Kunstsammlung erworbenen Gemälde zeigen die scheinbare Divergenz und die unmittelbar ansprechende Kraft seiner Arbeit sehr deutlich. Ein vermeintlich abstraktes Bild wie Ein Augenlid ist in Wirklichkeit eine radikale Innensicht, versucht es doch die vibrierenden Farbvisionen hinter den geschlossenen, aber auf eine Lichtquelle gerichteten Augen zu bannen. In denkbar großem stilistischem Kontrast hierzu steht Unbetitelt (Hiena), ein fotorealistisch präzise dargestelltes modernistisches Interieur, das einen aufgebahrten toten Katzenkörper zeigt: Der Versuch, einer familiären Tragödie ein Bild zu geben. Ein ähnlicher Kontrast entfaltet sich zwischen In der Kapuze und Kielce. Das eine zeigt den Blick aus einer zugezogenen Kapuze und pendelt so zwischen der Abkapselung einer Ich-Welt und ihrer Begegnung mit dem Außenraum. Das andere verweist auf Sasnals wiederkehrende Beschäftigung mit dem, was man die Fortdauer des Vergangenen nennen könnte. Es zeigt die inzwischen abgerissene Skischanze in der Stadt Kielce, die mit einem jüdischen Ghetto Teil des nationalsozialistischen Vernichtungssystems im zweiten Weltkrieg, aber ebenso ein Zentrum des polnische Widerstands und 1946 der Ort eines Pogroms gegen Holocaust-Überlebende war. Dieser Überfülle belastender Geschichte nähert sich Sasnal jedoch nicht direkt, sondern über den Umweg eines ebenso melancholischen wie lapidaren Landschaftsbildes. Die Bilder wurden von den Freunden 2010 aus einer Ausstellung des Künstlers im K21 erworben.

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    Torfs, Ana
    Anatomy, 2006
    Ankauf: 2010

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    Sasnal, Wilhelm
    An Eyelid, 2004
    Erworben 2010

    Die Spannbreite der Themen und der malerischen Ansätze im Werk von Wilhelm Sasnal ist verblüffend groß. Die vier für die Kunstsammlung erworbenen Gemälde zeigen die scheinbare Divergenz und die unmittelbar ansprechende Kraft seiner Arbeit sehr deutlich. Ein vermeintlich abstraktes Bild wie Ein Augenlid ist in Wirklichkeit eine radikale Innensicht, versucht es doch die vibrierenden Farbvisionen hinter den geschlossenen, aber auf eine Lichtquelle gerichteten Augen zu bannen. In denkbar großem stilistischem Kontrast hierzu steht Unbetitelt (Hiena), ein fotorealistisch präzise dargestelltes modernistisches Interieur, das einen aufgebahrten toten Katzenkörper zeigt: Der Versuch, einer familiären Tragödie ein Bild zu geben. Ein ähnlicher Kontrast entfaltet sich zwischen In der Kapuze und Kielce. Das eine zeigt den Blick aus einer zugezogenen Kapuze und pendelt so zwischen der Abkapselung einer Ich-Welt und ihrer Begegnung mit dem Außenraum. Das andere verweist auf Sasnals wiederkehrende Beschäftigung mit dem, was man die Fortdauer des Vergangenen nennen könnte. Es zeigt die inzwischen abgerissene Skischanze in der Stadt Kielce, die mit einem jüdischen Ghetto Teil des nationalsozialistischen Vernichtungssystems im zweiten Weltkrieg, aber ebenso ein Zentrum des polnische Widerstands und 1946 der Ort eines Pogroms gegen Holocaust-Überlebende war. Dieser Überfülle belastender Geschichte nähert sich Sasnal jedoch nicht direkt, sondern über den Umweg eines ebenso melancholischen wie lapidaren Landschaftsbildes. Die Bilder wurden von den Freunden 2010 aus einer Ausstellung des Künstlers im K21 erworben.

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    Sasnal, Wilhelm
    In the Hood, 2003
    Erworben 2010

    Die Spannbreite der Themen und der malerischen Ansätze im Werk von Wilhelm Sasnal ist verblüffend groß. Die vier für die Kunstsammlung erworbenen Gemälde zeigen die scheinbare Divergenz und die unmittelbar ansprechende Kraft seiner Arbeit sehr deutlich. Ein vermeintlich abstraktes Bild wie Ein Augenlid ist in Wirklichkeit eine radikale Innensicht, versucht es doch die vibrierenden Farbvisionen hinter den geschlossenen, aber auf eine Lichtquelle gerichteten Augen zu bannen. In denkbar großem stilistischem Kontrast hierzu steht Unbetitelt (Hiena), ein fotorealistisch präzise dargestelltes modernistisches Interieur, das einen aufgebahrten toten Katzenkörper zeigt: Der Versuch, einer familiären Tragödie ein Bild zu geben. Ein ähnlicher Kontrast entfaltet sich zwischen In der Kapuze und Kielce. Das eine zeigt den Blick aus einer zugezogenen Kapuze und pendelt so zwischen der Abkapselung einer Ich-Welt und ihrer Begegnung mit dem Außenraum. Das andere verweist auf Sasnals wiederkehrende Beschäftigung mit dem, was man die Fortdauer des Vergangenen nennen könnte. Es zeigt die inzwischen abgerissene Skischanze in der Stadt Kielce, die mit einem jüdischen Ghetto Teil des nationalsozialistischen Vernichtungssystems im zweiten Weltkrieg, aber ebenso ein Zentrum des polnische Widerstands und 1946 der Ort eines Pogroms gegen Holocaust-Überlebende war. Dieser Überfülle belastender Geschichte nähert sich Sasnal jedoch nicht direkt, sondern über den Umweg eines ebenso melancholischen wie lapidaren Landschaftsbildes. Die Bilder wurden von den Freunden 2010 aus einer Ausstellung des Künstlers im K21 erworben.

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    Sasnal, Wilhelm
    Kielce, 2003
    Erworben 2010

    Die Spannbreite der Themen und der malerischen Ansätze im Werk von Wilhelm Sasnal ist verblüffend groß. Die vier für die Kunstsammlung erworbenen Gemälde zeigen die scheinbare Divergenz und die unmittelbar ansprechende Kraft seiner Arbeit sehr deutlich. Ein vermeintlich abstraktes Bild wie Ein Augenlid ist in Wirklichkeit eine radikale Innensicht, versucht es doch die vibrierenden Farbvisionen hinter den geschlossenen, aber auf eine Lichtquelle gerichteten Augen zu bannen. In denkbar großem stilistischem Kontrast hierzu steht Unbetitelt (Hiena), ein fotorealistisch präzise dargestelltes modernistisches Interieur, das einen aufgebahrten toten Katzenkörper zeigt: Der Versuch, einer familiären Tragödie ein Bild zu geben. Ein ähnlicher Kontrast entfaltet sich zwischen In der Kapuze und Kielce. Das eine zeigt den Blick aus einer zugezogenen Kapuze und pendelt so zwischen der Abkapselung einer Ich-Welt und ihrer Begegnung mit dem Außenraum. Das andere verweist auf Sasnals wiederkehrende Beschäftigung mit dem, was man die Fortdauer des Vergangenen nennen könnte. Es zeigt die inzwischen abgerissene Skischanze in der Stadt Kielce, die mit einem jüdischen Ghetto Teil des nationalsozialistischen Vernichtungssystems im zweiten Weltkrieg, aber ebenso ein Zentrum des polnische Widerstands und 1946 der Ort eines Pogroms gegen Holocaust-Überlebende war. Dieser Überfülle belastender Geschichte nähert sich Sasnal jedoch nicht direkt, sondern über den Umweg eines ebenso melancholischen wie lapidaren Landschaftsbildes. Die Bilder wurden von den Freunden 2010 aus einer Ausstellung des Künstlers im K21 erworben.

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    Motherwell, Robert
    In Plato’s Cave (In Platons Höhle), 1973
    Gemischte Schenkung: 2010

    In dem Dunkel des annähernd monochromen Schwarzgrau zeugen die Spuren des Pinsels und der unterschiedlich starke – von dünn lasierend bis nahezu deckend – Auftrag der Malmittel von einem gestischen Malprozess. Im starken Kontrast dazu steht das mit präzisem Strich umrissene Quadrat, wie ein Fenster in einem dunklen, höhlenartigen Bildraum. In der Serie „Open“, der In Plato’s Cave zuzurechnen ist, reflektierte Motherwell von 1967 an die Bedeutung des Fenstermotivs in der Geschichte der Malerei. Mit dem Titel verweist er zudem auf Platons Höhlengleichnis. Der griechische Philosoph beschreibt darin das Szenario von Menschen, die, in einer Höhle angekettet, nichts anderes sehen können als nur die Schatten der Dinge, die hinter ihnen geschehen. Diese nehmen sie als die einzige, ihnen bekannte Realität wahr. Der Erwerb 2010 wurde den Freunden durch die weitgehende Schenkung eines Kölner Sammlers ermöglicht.

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    Becher, Bernd und Hilla
    Typologie Hochofenköpfe in den USA, 1978–1986
    Schenkung 2004

    Hochöfen, die Herzstücke eines jeden Stahlwerks, nehmen in den Fotografien industrieller Bauten des Künstlerpaars Bernd und Hilla Becher eine besondere Rolle ein. Ohne schützende Hülle tritt hier ein Geäst von Rohren und Leitungen zutage, welches die Funktionalität der Anlagen eher verrätselt als nachvollziehbar erscheinen lässt. Mithilfe eines standardisierten Aufnahmeverfahrens und eines speziellen Blicks isolieren die Künstler die Objekte aus ihrem verwirrenden Umfeld und machen sie dadurch lesbar und vergleichbar. Zusammengestellt in so genannten Typologien, lassen sich nicht nur funktionale Gemeinsamkeiten dieser Industriegiganten erfassen, sondern ebenso formale Differenzen und bautechnische oder landestypische Besonderheiten. Die Typologie der in Deutschland und Belgien aufgenommenen Hochofenköpfe haben die Freunde erworben, diejenige der aus den Stahlregionen Nordamerikas hat das Künstlerpaar den Freunden geschenkt.

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    Beuys, Joseph
    fat up to this level I, 1972
    Erworben 2003

    Mit geradezu minimalistischer Klarheit stellt Joseph Beuys in fat up to this level I Fragen nach der Nutzung von Energie. Eine durchgehende horizontale Bleistiftlinie auf der Oberfläche der Zinkplatten gibt die potentielle Füllhöhe des Fetts an, das unsichtbar als Energie zwischen den Platten eingeschlossen ist. Aufgrund seiner leicht wechselnden Aggregatzustände ist diese Substanz besonders geeignet, ein Energiepotential anschaulich zu machen. Die fragile Platzierung der Eisenstange suggeriert schwebende Leichtigkeit, die in hartem Kontrast zu der physischen Schwere des Materials steht. Das Objekt wurde von den Freunden 2003 für die Kunstsammlung erworben.

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    Ernst, Max
    La carmagnole de l’amour (Die Carmagnole der Liebe), 1926
    Erworben 1999

    Das Motiv sich umschlingender Körper und deren Balanceakt zwischen Brutalität und Leidenschaft, zwischen Bewegung und Verharren, zwischen Erscheinen und Verschwinden bereichert in den späten 1920er Jahren die Bildwelt des in Frankreich lebenden Rheinländers Max Ernst. Der mit wenigen Pinselstrichen gezeichnete, transparent scheinende Körper der Frau beginnt, sich in dem von einem stützenden Gerüst umfangenen Oberkörper des Mannes aufzulösen. Der unbestimmte Bildraum, die instabile Position des Paares, das gleichmäßig aufgetragene Grau des Grundes sowie die leichte Zeichnung des Frauenkörpers lassen das Bild in einem Schwebezustand verharren: zwischen Andeutung und Vollendung, zwischen Zeichnung und Malerei, zwischen Schwarzweiß und Farbe, zwischen Figur und Grund. 

    Das Bild wurde 1999 durch die Freunde von den Erben eines Brüsseler Farbenhändlers und Installateurs erworben, der Ende der 1930er Jahre für Magritte ein Badezimmer installiert hatte und mit diesem Max Ernst-Bild „bezahlt“ worden war. Eine handschriftliche Notiz bezeugt diesen Handel.

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    Kelly, Ellsworth
    Green Relief with Blue / Grünes Relief mit Blau, 1993
    Erworben 1997

    Kellys Bilder der frühen 1990er Jahre sind gleichermaßen Malerei wie Relief. Grünes Relief mit Blau besteht aus zwei Tafeln, die nicht plan aneinander, sondern übereinander gesetzt sind. Beide Paneele in Form eines Rechtecks haben in der Höhe dieselbe Kantenlänge, während sie in der Breite differieren. Die größere grüne Tafel neigt sich schräg, die untere Ecke ihrer rechten Bildkante ist rechts unten an der blauen Tafel verankert, während die obere Ecke an deren linke Seitenkante geführt ist. Die Interaktion der beiden Tafeln erweckt den Eindruck des Schwebens, die Schwerkraft scheint außer Kraft gesetzt. Das Bildobjekt wurde 1997 von den Freunden für die Kunstsammlung erworben.

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    Twombly, Cy
    Ohne Titel (Rom), 1979–2011
    Erworben 1994

    Die im Werk von Twombly vergleichsweise seltenen Skulpturen sind oftmals labile Konstruktionen aus Fundmaterialien, vereinheitlicht durch weiße Farbe. Erst die Bronzegüsse sichern ihre Dauerhaftigkeit. Im Sommer 1979, in Bassano in Taverina, goss der Künstler erstmals Formen aus einem Gips-Sand-Gemisch. Aus zwei runden sowie einer dazwischen geschobenen dreieckigen Scheibe fügt er das Bild eines antiken Streitwagens und beschwört mit der Gegenüberstellung von Kreisen und Gerade die elementare Kraft von Attacke und Gerichtetheit. Die Skulptur konnte 1994 von den Freunden erworben werden. 

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    Rauschenberg, Robert
    Orrery (Borealis) (Planetarium (Borrealis)), 1990
    Erworben 1993

    In den Jahren 1988 bis 1992 arbeitete Rauschenberg an der Bildfolge Borealis. Über die fünf Messingtafeln erstreckt sich ein höchst heterogener Bildkosmos: Die auf Reisen aufgenommenen Fotografien eines Baumstamms, zweier Stühle, eines Handtuchs, einer Zeitung, eines Affen und einer großen Turmuhr hat der Künstler in bogenartiger Anordnung auf die schimmernde Bildfläche gedruckt. Das einzige dreidimensionale Objekt, ein Sousaphon, greift die Materialität des Bildträgers auf. Rauschenberg reflektiert über die Darstellbarkeit von Dingen und die Formen des Abbildens und führt mit „Orrery“ (= Planetarium) zugleich eine durch Technik geschaffene Projektion der Welt vor. Diese 1993 von den Freunden erworbene Arbeit war das Hauptbild einer großen, Rauschenberg gewidmeten Einzelausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, zu deren Eröffnung der Künstler auch selbst erschienen ist.

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    Ernst, Max
    Un chinois égaré (Ein verirrter Chinese), 1960
    Erworben 1993

    Von Zeit zu Zeit – 1934/35, 1944, 1960 – widmete sich der Maler Max Ernst intensiv dem plastischen Arbeiten. Als Bausteine seiner figürlichen, oft mehrdeutigen Objekte aus Gips nutzte er Abgüsse von Blumentöpfen, Steinen oder Werkzeugen. Manche der Figuren wurden später, manche sogleich in Bronze gegossen, wie beispielsweise Die Frau von Tours, die Ernst als Preis für die Kurzfilm-Festspiele in Tours entworfen hatte. Mit ihren matten, empfindlichen Oberflächen sind die weißen Gipse sogar anziehender als die Bronzen. 

    Dank der Vermittlung von Werner Spies erwarben die Freunde die vier Gips-Skulpturen 1993 von Dallas Ernst, der Schwiegertochter des Künstlers.

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    Ernst, Max
    La tourangelle (Die Frau von Tours), 1960
    Erworben 1993

    Von Zeit zu Zeit – 1934/35, 1944, 1960 – widmete sich der Maler Max Ernst intensiv dem plastischen Arbeiten. Als Bausteine seiner figürlichen, oft mehrdeutigen Objekte aus Gips nutzte er Abgüsse von Blumentöpfen, Steinen oder Werkzeugen. Manche der Figuren wurden später, manche sogleich in Bronze gegossen, wie beispielsweise Die Frau von Tours, die Ernst als Preis für die Kurzfilm-Festspiele in Tours entworfen hatte. Mit ihren matten, empfindlichen Oberflächen sind die weißen Gipse sogar anziehender als die Bronzen. 

    Dank der Vermittlung von Werner Spies erwarben die Freunde die vier Gips-Skulpturen 1993 von Dallas Ernst, der Schwiegertochter des Künstlers.

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    Ernst, Max
    Un ami empressé (Ein beflissener Freund), 1944
    Erworben 1993

    Von Zeit zu Zeit – 1934/35, 1944, 1960 – widmete sich der Maler Max Ernst intensiv dem plastischen Arbeiten. Als Bausteine seiner figürlichen, oft mehrdeutigen Objekte aus Gips nutzte er Abgüsse von Blumentöpfen, Steinen oder Werkzeugen. Manche der Figuren wurden später, manche sogleich in Bronze gegossen, wie beispielsweise Die Frau von Tours, die Ernst als Preis für die Kurzfilm-Festspiele in Tours entworfen hatte. Mit ihren matten, empfindlichen Oberflächen sind die weißen Gipse sogar anziehender als die Bronzen. 

    Dank der Vermittlung von Werner Spies erwarben die Freunde die vier Gips-Skulpturen 1993 von Dallas Ernst, der Schwiegertochter des Künstlers.

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    Ernst, Max
    Oedipe I (Ödipus I), 1934
    Erworben 1993

    Von Zeit zu Zeit – 1934/35, 1944, 1960 – widmete sich der Maler Max Ernst intensiv dem plastischen Arbeiten. Als Bausteine seiner figürlichen, oft mehrdeutigen Objekte aus Gips nutzte er Abgüsse von Blumentöpfen, Steinen oder Werkzeugen. Manche der Figuren wurden später, manche sogleich in Bronze gegossen, wie beispielsweise Die Frau von Tours, die Ernst als Preis für die Kurzfilm-Festspiele in Tours entworfen hatte. Mit ihren matten, empfindlichen Oberflächen sind die weißen Gipse sogar anziehender als die Bronzen. 

    Dank der Vermittlung von Werner Spies erwarben die Freunde die vier Gips-Skulpturen 1993 von Dallas Ernst, der Schwiegertochter des Künstlers.

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    Arman,
    Choral, 1962
    Erworben 1990

    Schon die Kubisten hatten, wenn auch nur als Bildmotiv, Musikinstrumente zerstört und mit ihnen ein Stück der traditionellen Ordnung, in der wir leben. Arman schlug einen radikaleren Weg ein: Er zerschmetterte oder zersägte reale Objekte, darunter immer wieder Saiteninstrumente, und arrangierte die Fragmente auf monochromen Bildgründen. In den frühen 1960er Jahren gehörte er zur Pariser Gruppe der Nouveaux Réalistes um Yves Klein und den Kunstkritiker Pierre Restany, die der vorherrschenden abstrakten Kunst und der informellen Malerei eine neue Art der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit entgegensetzten. Die Arbeiten wurden 1983 und 1990 von den Freunden für die Kunstsammlung erworben.

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    Baselitz, Georg
    Brücke, Baum, Pferd, Adler, Haus, Krug, Haufen, Kopf, 1986
    Erworben 1988

    Indem Georg Baselitz seit 1969 die Motive seiner Bilder auf den Kopf stellt, fand er einen neuen Weg zur Verschränkung von Form- und Sachinhalten und verdeutlichte, dass der Bildraum immer ein künstlicher ist, in dem eigene Gesetzmäßigkeiten vorherrschen. Trauriger Gelber entstammt der Zeit, als sich Baselitz neben seiner Malerei erneut intensiv der bildhauerischen Arbeit an Figuren und Köpfen zuwandte. 

    1986 nutzte Baselitz die unterschiedlichen Motive – Brücke, Baum, Pferd, Adler, Haus, Krug, Haufen, Kopf – vor allem als Anlass für eine Malerei, in der Figur und Grund miteinander verzahnt werden. In lockerer Reihung sind in dem zweiten, ebenfalls über die FREUNDE in die Sammlung gekommene Werk vereinzelte, wie verkapselt wirkende Elemente in den weißen Grund eingebettet. Sie scheinen um den Kopf im Zentrum des Bildes zu kreisen, manche überschneiden zudem den Rand der Leinwand. 

    Beide Bilder wurden dem Museum – vermittelt durch den Freundeskreis – von einem Stifter geschenkt.

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    Baselitz, Georg
    Trauriger Gelber, 1982
    Erworben 1987

    Indem Georg Baselitz seit 1969 die Motive seiner Bilder auf den Kopf stellt, fand er einen neuen Weg zur Verschränkung von Form- und Sachinhalten und verdeutlichte, dass der Bildraum immer ein künstlicher ist, in dem eigene Gesetzmäßigkeiten vorherrschen. Trauriger Gelber entstammt der Zeit, als sich Baselitz neben seiner Malerei erneut intensiv der bildhauerischen Arbeit an Figuren und Köpfen zuwandte. 

    1986 nutzte Baselitz die unterschiedlichen Motive – Brücke, Baum, Pferd, Adler, Haus, Krug, Haufen, Kopf – vor allem als Anlass für eine Malerei, in der Figur und Grund miteinander verzahnt werden. In lockerer Reihung sind in dem zweiten, ebenfalls über die FREUNDE in die Sammlung gekommene Werk vereinzelte, wie verkapselt wirkende Elemente in den weißen Grund eingebettet. Sie scheinen um den Kopf im Zentrum des Bildes zu kreisen, manche überschneiden zudem den Rand der Leinwand. 

    Beide Bilder wurden dem Museum – vermittelt durch den Freundeskreis – von einem Stifter geschenkt.

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    Nay, Ernst Wilhelm
    Schlüsselzeichen, 1962
    Erworben 1986

    Ernst Wilhelm Nay, einer der bedeutendsten abstrakten Maler der Nachkriegszeit, tilgte ab 1950 jeden Hinweis auf Gegenständliches in seinen Bildern. Fortan war sein Ziel, Farben und Formen kontrapunktisch zu setzen. Aus farbigen Scheiben komponierte er seit 1955 seine Bilder. Um 1960 öffnen sich die Kreise, reißen auf, lösen sich an den Rändern auf. Das Bild Schlüsselzeichen zeigt, wie Nays Malerei immer ekstatischer und farbkräftiger wird. Formrhythmen und Farbklänge verbinden sich zu einer spannungsreichen Komposition. Das Bild wurde 1986 von den Freunden für die Kunstsammlung erworben.

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    Modigliani, Amedeo
    Bildnis Diego Rivera, 1914
    Erworben 1986

    Der in Paris lebende Italiener Modigliani und der mexikanische Maler Diego Rivera, der sich zwischen 1911 und 1921 immer wieder in der französischen Metropole aufhielt, waren enge Freunde. Modigliani malte mehrere Bildnisse von Rivera, dessen voluminösen Körper und runden Kopf er hier noch in einer offenen, tupfenden Malweise mit subtiler Verteilung der Farbwerte darstellt. Dieses außergewöhnliche Porträt gelangte 1986, dank einer aus Anlass der Eröffnung des Neubaus am Grabbeplatz von den Freunden initiierten „konzertierten Aktion“ der nordrhein-westfälischen Wirtschaft und ergänzender Landesmittel, in die Sammlung.

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    Antes, Horst
    Großes Graphitbild / sitzende weibliche Figur 1983
    Erworben 1986

    Ein erstaunliches Bild zwischen archaischem Mythos und Moderne. Sein Leben lang hat Antes seine berühmten „Kopffüßler“ gemalt, in denen man immer meinte, Anklänge an präkolumbische Malereien zu erkennen oder auch an jene indianischen Kleinplastiken aus Arizona und New Mexico, die der Künstler sammelte. In diesem Bild tritt eine stehende Figur einer sitzenden, von kleinen Figuren umstellten Gottheit gegenüber. Symbolhafte Dinge – eine Schlange, ein schwebender Löffel, ein herabfallender Samen und zwei Kreise – verstärken die mythische Dimension des dunklen, nur in wenigen Farbakzenten aufleuchtenden Gemäldes, das dem Museum 1986 – dank des Freundeskreises – von einer Stifterin geschenkt wurde.

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    Bacon, Francis
    Mann in Blau V 1954
    Erworben 1986

    Sieben Versionen des Mann in Blau hat Francis Bacon 1954 gemalt, sieben Studien über Isolation und Einsamkeit. Er zeigt den Unbekannten in einem dunklen, durch nur wenige Linien definierten käfigartig engen Raum. Die geheimnisvolle Präsenz des Mannes steigerte der Maler noch durch das Verwischen der Physiognomie. 

    Dieses außergewöhnliche Gemälde wäre 1986 nicht mehr erreichbar gewesen, wenn das Düsseldorfer Bankhaus Trinkaus & Burkhardt nicht ein großes Jubiläum gefeiert und aus diesem Anlass – auf Anregung des Freundeskreises - seine traditionelle Verbindung zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nicht mit einer Millionen-Spende dokumentiert hätte; einer Spende, die es in dieser Größenordnung in der Geschichte der Kunstsammlung bis dahin noch nicht gegeben hatte. Das Bild wurde der Kunstsammlung 1986 anlässlich der Eröffnung des Neubaus am Grabbeplatz feierlich übergeben. Seitdem trägt der Vortragssaal den Namen Trinkaus-Auditorium.

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    Uecker, Günther
    Zwischen Hell und Dunkel, 1983
    Erworben 1984

    Hell und Dunkel, ein uraltes Motiv der bildenden Kunst: Es ist die fortwährende Auseinandersetzung der Künstler mit dem Licht. Es ist aber auch der Gedanke an die Dualität allen Seins, dem man in fast allen Kulturen begegnet. Günther Uecker bringt das auf eine sehr einfache „Formel“: zwei um ihren Mittelpunkt kreisende Spiralen, die eine dunkel, die andere hell. Als Material dient ihm – neben etwas Farbe auf dem rohen Grund – sein Universalmaterial, der Nagel, der hier kreisende Linien beschreibt, so wie bei Fontana der Schnitt des Messers die Geraden. Bei Uecker verbindet sich die Materialität des Nagels mit der angestrebten Idealität des Bildes. Die Künstler von ZERO, zu denen Uecker zeitweilig gehörte, setzten nach 1960 dem Nouveau Réalisme ihrer Freunde in Paris einen „neuen Idealismus“ entgegen. Ueckers zweiteiliges Objekt wurde 1984 von den Freunden erworben.

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    Fontana, Lucio
    Concetto spaziale, 65 T 46 (Attese), 1965
    Erworben 1984

    Obschon es eigentlich gleichgültig ist, ob Linien mit dem Lineal, mit dem Bleistift oder mit dem Messer gezogen werden: Es musste einer kommen, der sich des Messers zum ersten Mal in neuer Weise bediente, und das war Lucio Fontana. Er ist unter den vielen Künstlern, die in diesem Jahrhundert die Destruktion als künstlerisches Ausdrucksmittel betrieben, derjenige, der seine Zerstörungen emotionslos, mit extremer „Kälte“, vollzog: unexpressiv, ohne jeden Affekt, als reine Bildereignisse. Mit diesen Bildern wurde Fontana die „Vaterfigur“ jener breiten Strömung nach der Jahrhundertmitte, die von den Neo-Geometrikern bis zur Op Art – und damit nicht zuletzt auch bis zur Gruppe ZERO in Düsseldorf – reichte. Die Freunde haben dieses zehnschnittige Bild 1984 für die Kunstsammlung erworben.

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    Arman,
    Colère de Violon, 1963
    Erworben 1983

    Schon die Kubisten hatten, wenn auch nur als Bildmotiv, Musikinstrumente zerstört und mit ihnen ein Stück der traditionellen Ordnung, in der wir leben. Arman schlug einen radikaleren Weg ein: Er zerschmetterte oder zersägte reale Objekte, darunter immer wieder Saiteninstrumente, und arrangierte die Fragmente auf monochromen Bildgründen. In den frühen 1960er Jahren gehörte er zur Pariser Gruppe der Nouveaux Réalistes um Yves Klein und den Kunstkritiker Pierre Restany, die der vorherrschenden abstrakten Kunst und der informellen Malerei eine neue Art der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit entgegensetzten. Die Arbeiten wurden 1983 und 1990 von den Freunden für die Kunstsammlung erworben.

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    Klapheck, Konrad
    Vergessene Helden, 1965
    Erworben 1979

    Die visuelle Kraft dieses kleinen Bildes ist außerordentlich: Die scheinbar endlose Reihe von Nischen, diagonal zur Bildfläche gesetzt und angeschnitten, erinnert an die Wand eines Kolumbariums. Sind hier die „Vergessenen Helden“ beigesetzt? Die in die Nischen eingestellten Zwitterformen – Büste oder Urne – sowie die auf manchen präsentierten kleinen schimmernden Formen mit ihren weichen Umrissen unterstreichen diesen Eindruck. Mit scharfer Präzision und in einer intensiven Farbigkeit erzeugt Konrad Klapheck reale Szenarien, die oft ein Hauch des Beklemmenden oder des Phantastischen durchweht. Das Bild kam 1979 durch den Freundeskreis in die Sammlung.

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    Francis, Sam
    St.-Honoré, 1952
    Erworben 1973

    Sam Francis studierte in San Francisco, dort malte er 1946 sein erstes abstraktes Bild. Bald war sein Malstil unverkennbar: Biomorphe, molluskenhafte Formen füllen seine Leinwände. 1950 verließ Francis seine kalifornische Heimat und ging nach Paris, wo er zu einem wichtigen Mittler zwischen der informellen Kunst der Tachisten und den Abstrakten Expressionisten wurde. St. Honoré ist eines der letzten Bilder seiner Serie der „White Paintings“. Sowohl die zurückgenommene Farbigkeit als auch der Titel verweisen auf die Zeit in Paris, bevor Francis nach Aufenthalten im Süden Frankreichs intensive Rot-, Blau- und Schwarztöne bevorzugte. Das Bild kam 1973 durch die Freunde in die Kunstsammlung.

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    Nicholson, Ben
    Dec 1965 Amboise, 1965
    Erworben 1968

    Ben Nicholsons malerisches Lebenswerk pendelt zwischen reiner Abstraktion und der gegenständlichen, wenngleich reduzierten Sprache seiner Stillleben und Landschaftsbilder. Die architektonischen Konstruktionen seiner aus Rechtecken und Kreisen gebauten Bilder und Reliefs nutzte er, um eine – auch „musikalische“ – Beziehung zwischen der Form, der Farbe und dem Klang auszudrücken. Das im Dezember 1965 geschaffene Reliefbild spielt mit dem Titel auf das an der Loire gelegene Städtchen Amboise an, wo Nicholson im Sommer gearbeitet hatte. Es wurde 1968 mit Hilfe des Freundeskreises erworben.

Weitere Ankaufswünsche der Kunstsammlung erfüllt die von der Gesellschaft der Freunde verwaltete Stiftung Junge Kunst:

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    Shawky, Wael
    Cabaret Crusades: The Secrets of Karbalaa, 2015
    Ankauf: 2016

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    M’barek, Pauline
    Semiophoren, 2013
    Erworben 2014 von der Stiftung Junge Kunst e.V.

    In einem dunklen, unbestimmten Raum sind zwei Hände sichtbar, bekleidet mit leuchtend weißen Handschuhen. Sorgfältig tastend, und leise hörbar, bewegen sie sich, erspüren die Ränder und Konturen von geschwärzten Gegenständen, die nur vor dem Weiß des Handschuhs für einen Moment sichtbar werden. Die Objekte wie der Raum sind durch die Verschränkung der Sinne Sehen, Tasten und Hören erfahrbar, werden sichtbar und bleiben doch unsichtbar. Den Titel, Semiophoren, hat die Künstlerin bei dem Museumstheoretiker Krystof Pomian entliehen. Dieser bezeichnet damit Dinge, die erst im Kontext des Museums zu Trägern von Bedeutung jenseits ihres rein materiellen Nutzwerts werden. Die Video-Arbeit wurde von der Stiftung Junge Kunst 2014 erworben.

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    Göthe, Julian
    Voices from the Off 1 (Stimmen aus dem Jenseits 1), 2008
    Erworben 2010 von der Stiftung Junge Kunst e.V.

    2008 entwickelte Julian Göthe, Künstler, DJ und langjähriger Setdesigner für Trick- und Realfilme, für das Münchner Nationaltheater und die Pinakothek der Moderne eine Gruppe von Skulpturen mit dem Titel „Stimmen aus dem Jenseits“: Überlebensgroße, schwellende Körper, mit runden, vor allem aber scharfkantig ausgeprägten Gliedern, die auf stabilen Beinen im Raum stehen. Matt schimmern die schwarzlackierten Oberflächen, auf denen sich das Licht bricht. Sie wecken Assoziationen an muskulöse Körper ebenso wie an Designmöbel, sie schwanken – so Göthe – zwischen „einer monumental-ernsten Wirkung und Parodie“ und machen den Raum zu einer Bühne, auf der sie dem Betrachter begegnen. Die Arbeit wurde 2010 von der Stiftung Junge Kunst für die Kunstsammlung erworben.

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    Groß, Sabine
    Ohne Titel (Weißer Kubus), 2008
    Erworben 2010 von der Stiftung Junge Kunst e.V.

    Sabine Groß interessiert sich für die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Kunst produziert und rezipiert wird. Dabei bedient sie sich unterschiedlicher Medien und Materialien, zieht digitale und maschinelle Produktionsprozesse der direkten Handschrift vor. Der weiße Kubus spielt auf Objekte des Minimalismus an, der in den Augen der Künstlerin „Lieferant einiger dieser Kunstformeln“ – Kubus, Sockel, Leinwand – ist, die in unseren Vorstellungen von Kunst fest verankert sind. Der weiße, spiegelnde Kubus markiert den Beginn ihres künstlerischen  Prozesses, „einer Mixtur aus Zuhören und Aufhören“ (2005), in dessen Verlauf eine Explosion die Makellosigkeit zerstört und den Blick in ein dunkles, zerklüftetes Inneres zieht. Diese Arbeit wurde 2010 von der Stiftung Junge Kunst für die Kunstsammlung erworben.