Manzoni, Piero

Achrome (fibra artificiale), 1962

Glasfaser auf blauem Samt
62 x 53 cm


Erworben 2016

Erworben durch die Freunde der Kunstsammlung im Jahr 2016, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Hochgradig provokativ, mit dadaistischem Witz und konzeptuellem Hintersinn entwickelte Manzoni radikale neue künstlerische Ansätze, zu deren bekanntesten Ergebnissen zweifellos seine in Dosen konservierte Merda d’artista, die auf den Sockel gesetzte Erdkugel oder die Kraft der Signatur des Künstlers zu lebenden Skulpturen deklarierten Menschen gehören. Ab 1957 schuf er Serien von Achromes, „unfarbigen“ Leinwänden, deren Strukturen und Binnenformen aus den natürlichen Interaktionen diverser Materialen mit Kaolin oder Gips resultieren. Die weißen, plüschigen Glasfasern auf dem blauen Samtgrund dieses objekthaften Bildes hingegen sind dauerhaft der Veränderung unterworfen, sie reagieren auf Luftbewegungen und Klimaschwankungen. Die Freunde haben dieses Objekt 2016 aus der Sammlung von Dorothee und Konrad Fischer erworben.

Manzoni developed radical, new approaches to art in a highly provocative manner, with Dadaist wit and conceptual subtlety. Among the most well-known results of these approaches are undoubtedly his canned Merda d’artista, the Socle du Monde—a pedestal, on which the Earth rests—or the individuals declared to be living sculptures by virtue of the artist’s signature. In 1957, he began creating a series of Achromes, “uncolored” canvases, the structures and internal forms of which resulted from the natural interaction of various materials with kaolin or plaster. In contrast, the white, plush glass fibers on the blue velvet ground of this object-like picture are subject to permanent change; they react to the movement of the air and fluctuations in the climate. The Friends acquired this work from the collection of Dorothee and Konrad Fischer in 2016.